PFLEGEQUALITÄT
Berlin/Essen, 19. Mai 2006
Um die Transparenz bei der Pflegequalität zu erhöhen, sollten die Ergebnisse der Qualitätsprü-fungen in Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das forderte Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS, auf einer Tagung des Bundes-verbandes der Verbraucherzentralen in Berlin. "Es darf nicht weiter so sein, dass den Pflege-bedürftigen und ihren Angehörigen solche Informationen vorenthalten werden. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, die Position der Verbraucher zu stärken."
Nach den jetzigen gesetzlichen Bestimmungen werden die Berichte über Qualitätsprüfungen der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) nur den geprüften Einrichtungen selbst, den Pflegekassen und der Heimaufsicht zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse könnten in einer für Laien verständlichen Form aufbereitet werden und so als Informations- und Entscheidungs-grundlage für Pflegebedürftige und deren Angehörige dienen. "Wir versprechen uns davon, dass der Qualitätswettbewerb zwischen den Einrichtungen verstärkt wird und dass Verbes-serungsprozesse in Gang gesetzt werden", sagte Pick.
Föderalismusreform gefährdet Qualitätssicherung
Zugleich warnte Pick davor, im Rahmen der Föderalismusreform die Kompetenzen für das Heimrecht von der Bundes- auf die Landesebene zu verlagern. Dies würde der Situation von Pflegebedürftigen verschlechtern. „Es kann doch nicht sein, dass die Anforderungen an eine menschenwürdige Pflege in Aurich andere sind als in Zwickau“, sagte Pick. Hier müsse es bei einer bundesweit einheitlichen Definition von Qualitätskriterien bleiben. „Im Interesse der Pflegebedürftigen ist zu hoffen, dass dieser Teil der geplanten Föderalismusreform nicht Wirklichkeit wird.“
Die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung prüfen im Auftrag der Pflegekassen die Qualität der Leistungen in stationären Einrichtungen und ambulanten Pflegediensten. Bundesweit haben die MDK im vergangenen Jahr im Auftrag der Pflegekassen mehr als 4.400 Qualitäts-prüfungen durchgeführt, davon etwa 55 Prozent im stationären Bereich.
In der rechten Spalte können Sie den Wortlaut des MDS-Statements als PDF-Datei downloaden.