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PFLEGEBEGUTACHTUNG

Pflegebericht 2003 der Medizinischen Dienste liegt vor

Essen, 09. Juni 2005

Rund 1,4 Millionen Begutachtungsaufträge zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit gehen bei den Medizinischen Diensten jährlich ein. Davon entfallen inzwischen rund 40 Prozent auf Höher-stufungs- und Wiederholungsaufträge. Diese und andere Fakten zur Pflegeversicherung gehen aus dem 43-seitigen Pflegebericht der Medizinischen Dienste 2003 hervor, den der Medizinische Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen e. V. (MDS) vorgelegt hat.

Der Pflegebericht beinhaltet zum Beispiel Daten zur Einstufung in die Pflegestufen. Zudem werden geschlechtsspezifische Unterschiede von Pflegebedürftigkeit analysiert. Der komplette Pflegebericht 2003 steht auch als Download zur Verfügung. Zwei aktuelle Erkenntnisse greifen wir bereits hier heraus:

 

Pflegebedürftige im Alter zwischen 40 und 60 Jahren

Das Risiko pflegebedürftig zu werden, wird im Allgemeinen nur alten Personen zugeschrieben. Darüber wird jedoch oft vergessen, dass von Pflegbedürftigkeit auch Personen betroffen sind, die erheblich jünger sind. Im Pflegebericht wird die Situation von 40- bis 60-Jährigen beschrie-ben. Es zeigt sich, dass viele davon an psychischen und Verhaltensstörungen leiden und des-halb auf Fremdhilfe angewiesen sein. Dieser Beaufsichtigungs- und Betreuungsaufwand kann jedoch nach geltendem Recht nicht zur Feststellung von Pflegebedürftigkeit herangezogen wer-den. Dies führt dazu, dass die Gutachter des Medizinischen Dienstes oftmals keine Pflegebe-dürftigkeit im Sinne des Pflegeversicherungs-Gesetzes feststellen können.

 

Die pflegerische Versorgung zu Hause ist nicht sichergestellt

Bei 5.000 Versicherten stellten die Gutachter des Medizinischen Dienstes fest, dass die Pflege zu Hause nicht oder nur in eingeschränktem Umfang sichergestellt ist. Bei diesem Personenkreis handelt es sich oftmals um alleinstehende, ältere Frauen, die an psychischen und Verhaltens-störungen leiden. Im Bericht werden Möglichkeiten aufgezeigt, die die Pflegesituation für diese Menschen verbessern können.

 


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