PFLEGEQUALITÄT
Essen, 07. Dezember 2004
Als unbegründet weist der MDS die von der bayerischen Sozialministerin Christa Stewens (CSU) am 6. Dezember 2004 in der ARD-Sendung "report" geäußerte Kritik am ersten Pflegequalitäts-bericht des MDS zurück.
Die Ergebnisse des MDS sind nicht schon dadurch unseriös, dass sie auch auf angemeldeten Prüfungen basieren. Dies zeigt sich schon daran, dass sich die bayrischen, auf unangemeldeten Prüfungen basierenden Prüfergebnisse nicht vom Bundesdurchschnitt unterscheiden.
In begründeten Fällen werden – wie es das Gesetz vorsieht – auch außerhalb Bayerns bereits seit Jahren Prüfungen unangemeldet durchgeführt: „Das Verhältnis von unangemeldeten zu angemeldeten Prüfungen betrug bundesweit 55 zu 45 Prozent“, erläutert Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS. Damit zeigt sich, dass die Medizinischen Dienste ihre Prüfmöglichkeiten adäquat nutzen.
Der Bericht des MDS enthält auf 144 Seiten eine Vielzahl valider Daten und Fakten, die die Pflegesituation in den geprüften Einrichtungen realistisch abbilden. Auf der Basis der Ergebnisse aller einbezogenen Qualitätsprüfungen wurden bei 17 Prozent (10 Prozent bei Stichproben-prüfungen) der Bewohner stationärer Pflegeeinrichtungen eindeutige Defizite in der Ergebnis-qualität festgestellt. Hierbei handelt es sich um bereits eingetretene Pflegeschäden.
Bei einem deutlich größeren Anteil der Bewohner bestehen allerdings potentielle Gesundheitsgefahren. Auf diese Ergebnisse wird im Bericht deutlich hingewiesen:
Frau Stewens muss sich vorhalten lassen, den Bericht nur unzureichend zur Kenntnis genommen zu haben. Eigene, sich davon unterscheidende Zahlen, konnte Sie auch nicht vorlegen. Offensichtlich wird hier eine seriöse Studie kritisiert, weil die Ergebnisse nicht in die eigene Linie passen.
Den Bericht des MDS können sie hier downloaden.
» 1. Pflegequalitäts-bericht des MDS (1,52 MB)