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DEMENZ

MDS mahnt bessere Versorgung von Demenzkranken an

Essen, 07. Februar 2003

Presse-Mitteilung

Medizinischer Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen e. V., Essen


" Die Bedürfnisse demenzkranker Menschen werden im medizinischen und pflegerischen Versorgungssystem nicht ausreichend berücksichtigt“, sagte Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS), auf dem „Zukunftsforum Demenz“ in Frankfurt. "Die medizinische und pflegerische Versorgung von Demenzkranken muss", so Pick, "deutlich verbessert werden. Dazu gehört, dass bestehende Angebote im medizinischen und pflegerischen Bereich weiterentwickelt, neue pflegerische Versorgungsformen - wie zum Beispiel Wohngemeinschaften - erprobt und mehr Entlastungsangebote für pflegende Angehörige eingerichtet werden“.

Die Krankheit wird häufig erst spät erkannt, da vorhandene Möglichkeiten zur frühzeitigen Diagnose wenig genutzt werden. Ebenso werden die vorhandenen medikamentösen und nichtmedikamentösen Therapiemöglichkeiten nicht ausgeschöpft, die geeignet sind, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. „Um Demente besser und nachhaltiger versorgen zu können, bedarf es eines therapeutischen Gesamtkonzeptes“, sagte Pick. „Wichtig ist eine enge Zusammenarbeit von Hausärzten und beteiligten Fachärzten auf der einen Seite und den nichtärztlichen Gesundheitsberufen und der Pflege auf der anderen Seite.“

Die skizzierte Neuausrichtung des Versorgungssystems erfordert auch eine Weiterentwicklung der Pflegeversicherung. Diese lässt beim Bemessen der Pflegebedürftigkeit bisher die allgemeine Förderung, Betreuung sowie Beaufsichtigung demenzkranker Menschen außer Acht. Pick: „Ein zentraler Mangel der Pflegeversicherung ist, dass sie einem somatisch orientierten Krankheitsbegriff verhaftet ist.“

Perspektivisch ist deshalb ein erweiterter Pflegebegriff in der Pflegeversicherung anzustreben. Die Einführung eines erweiterten Pflegebegriffs wird insbesondere in Kombination mit anderen diskutierten Leistungsverbesserungen zu steigenden Ausgaben in der Pflegeversicherung führen. Die Finanzierung dieses Aufwands ist eine Frage an die Politik, die nur im Kontext mit den Reformbestrebungen in den anderen Sozialversicherungszweigen entschieden werden kann.

Demenz nimmt mit steigendem Alter zu: In Deutschland leiden rund 950.000 Menschen an mittelschwerer und schwer ausgeprägter Demenz. Bis zum Jahr 2040 wird aufgrund der demographischen Entwicklung sowie der steigenden Lebenserwartung mit insgesamt über 2, 9 Millionen Demenzkranken gerechnet.

Der Medizinische Dienst ist der Beratungs- und Begutachtungsdienst für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung. Nach einer Untersuchung des MDS haben im Jahre 1999 rund 900.000 Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten.


In der rechten Spalte können Sie die Pressemitteilung als PDF-Datei downloaden.


 


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