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TELEMEDIZIN

Medizinischer Dienst: Bei Telemedizin müssen Qualitätssicherung und Zielorientierung stimmen

Würzburg / Essen, 27. September 2001

Das Bemühen um Qualitätssicherung bei telemedizinischen Anwendungen zu erhöhen und den Einsatz dieser neuen Technologien zielgenau auf den Bedarf auszurichten, fordert der Medi-zinische Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen e.V. (MDS). "Augenblicklich sieht sich die Gesetzliche Krankenversicherung einer Vielzahl an telemedizinischen Anwendungen ge-genüber, bei dem die Qualität und die Überlegenheit im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren vielfach ungeklärt ist. Hier müssen die Anstrengungen zur Qualitätssicherung im Sinne eines wirkungsvollen Health Technology Assessments und eines aussagefähigen Reporting-Systems verstärkt werden", sagte Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS, zur Eröffnung des Sympo-siums "Telemedizin: Neue Technik - Neue Fragen zu Qualitätssicherung und Haftung" am 26./27. September 2001 in Würzburg. Vor etwa 100 Zuhörern und Zuhörerinnen diskutierten Experten aus Medizin, Krankenversicherung, Politik und Versicherungswesen über bislang ungelöste Fragen der Qualitätssicherung und des Haftungsrechts.

Unter dem Begriff der "Telemedizin" wird gegenwärtig eine Reihe von medizinischen Anwendun-gen zusammengefasst, die von den technischen Aspekten des Datenflusses über die informatio-nelle Vernetzung von Arztpraxen bis zu ferngesteuerten chirurgischen Eingriffen oder der Fernüberwachung von Patientinnen und Patienten reichen. Allen gemeinsam ist, dass der direkte Kontakt zwischen Arzt und Patient zunehmend durch technische Anwendungen ergänzt oder abgelöst wird. Die Einbeziehung etwa namentlich nicht bekannter ärztlicher Berater, die Her-ausgabe ärztlicher Dokumente in ein Intra- oder Internet oder die teilweise Delegation ärztlicher Aufgaben an Roboter werfen neue Probleme der Zurechenbarkeit von medizinisch-therapeu-tischen Entscheidungen und Handlungen auf - und damit neue Probleme in der Qualitätssiche-rung und im Medizinrecht. So stellt sich beispielsweise die Arzthaftungsfrage neu, wenn grenzüberschreitend Experten zu Rate gezogen werden.

"Telemedizinische Anwendungen bieten grundsätzlich große Chancen für Versicherte und Patienten," unterstrich Prof. Dr. Martin Hansis, Leitender Arzt und stellvertretender Geschäfts-führer des MDS. "Für eine zukünftig breite Nutzung und Finanzierung wird es aber darauf ankommen, evidenzbasiert die Effektivität und Effizienz solcher Anwendungen nachzuweisen. Bei dieser Zukunftsaufgabe werden die Medizinischen Dienste ihre Sachkenntnis zur Sicherung einer qualitätsoptimierten medizinischen Versorgung einsetzen." An die Industrie und die Leistungsanbieter appellierte er, ihre Anstrengungen zur Qualitätssicherung und Dokumentation zu verstärken. Aber auch die ärztliche Aus- und Fortbildung sei gefordert: Anerkannte tele-medizinische Anwendungen müssten stärker Eingang in die Medizinerausbildung und in die ärztliche Fortbildung finden.

 


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