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LEISTUNGSGESCHEHEN

Medizinischer Dienst: Neue Ausschüsse bringen mehr Rationalität ins Leistungsgeschehen

Berlin / Essen, 26. Juni 2001

Mehr Transparenz und Rationalität in der Steuerung des medizinischen Leistungsgeschehens erwartet Gert Nachtigal, Vorstandsvorsitzender des Medizinischen Dienstes der Spitzenver-bände der Krankenkassen e.V. (MDS), von den neuen Steuerungsinstitutionen des Gesund-heitswesens. "In der Gesetzlichen Krankenversicherung muss Raum sein für therapeu-tische und diagnostische Innovationen mit tatsächlichem Nutzen für die Versicherten", unterstrich Nachtigal anlässlich des sozialmedizinischen Expertenforums "Innovationen in der Medizin: Von der Idee zur anerkannten Leistung" am 26. Juni in Berlin.

Gleichzeitig warnte Nachtigal vor einer unaufhaltsamen Leistungsausweitung. Nicht jede medizinische Innovation dürfe zusätzlich zu den bereits gewährten Leistungen der Krankenversicherung aufgenommen werden. Gleichzeitig müssten dann überflüssige bzw. medizinisch weniger leistungsfähige Verfahren durch die Innovationen abgelöst werden.

Mit der Gesundheitsreform 2000 wurden dem bereits bestehenden Bundesausschuss Ärzte/Krankenkassen der Ausschuss Krankenhaus sowie der Koordinierungsausschuss als Gremien der gemeinsamen Selbstverwaltung von GKV und Ärzteschaft zur Seite gestellt, die Aufgaben und Befugnisse der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Qualitätssicherung in der Medizin wurden gestärkt. Die Selbstverwaltung erhält damit die Möglichkeit, das Leistungs-geschehen in allen Versorgungsfeldern des Gesundheitssektors zu steuern.

"Die wissenschaftlich fundierte Methodenbewertung wird das wesentliche Handwerkszeug sein, wenn es darum geht, die Bedeutung einer medizinischen Innovation für ein Versorgungs-feld oder ein Krankheitsbild zu analysieren", sagte Prof. Dr. Martin Hansis, Leiten-der Arzt und stellvertretender Geschäftsführer des MDS. Durch die vom Gesetzgeber neu vorgegebenen Entscheidungsstrukturen sei ein geschlossener Regelkreis aufgebaut worden. Er erlaube es den ärztli-chen Leistungsanbietern, nach klaren Spielregeln ihre Innovationen einzubringen.

Die Leistungsanbieter forderte Hansis auf, die Chancen dieser Ausschüsse zu nutzen, damit tatsächliche Neuerungen Eingang in den Leistungskatalog finden. "Je besser und valider die experimentellen und vor allem klinischen Leistungsnachweise und Studien sind, umso leichter wird es sein, die Spreu vom Weizen zu trennen."


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