VERÖFFENTLICHUNG IM DEUTSCHEN ÄRZTEBLATT
Essen, 23. September 2009
Das Deutsche Ärzteblatt hat in seiner Ausgabe vom 14. August einen Beitrag mit dem Titel „Codierqualität in den Krankenhäusern: Unberechtigte Vorwürfe“ veröffentlicht, in dem hohe Prüfquoten der Kostenträger kritisiert werden. Die Autoren bringen vor, dass nicht Falschabrechnungen bzw. Fehlkodierungen, sondern die Überprüfung von Notwendigkeit und Umfang der erbrachten Leistung häufigster Anlass für Prüfaufträge der Kassen sei. Der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) weist diese Berechnungen als Zahlenspiele zurück.
Prof. Dr. Jürgen Windeler, Leitender Arzt und stellvertretender Geschäftsführer des MDS, und Dr. Annette Busley, Leiterin des Fachgebietes „Stationäre Versorgung“ haben dazu in einem Leserbrief an das Deutsche Ärzteblatt Stellung genommen:
Mit Zahlenspielen werde versucht, „die unstreitige Beanstandungsquote von vier bis fünf Prozent klein zu rechnen“, heißt es darin. „Aber diese Rate ist auch relativ uninteressant, denn es kann wohl nicht ernsthaft argumentiert werden, dass die Abrechnung von unnötigen oder unnötig langen stationären Aufenthalten korrekt wäre! Es gibt in § 39 SGB V die eindeutige Festlegung, dass vollstationäre Behandlung nur dann beansprucht und damit durchgeführt werden darf, wenn das Behandlungsziel nicht durch andere Maßnahmen erreicht werden kann. ... Nutzt man die Zahlen der Autoren, so ergibt sich daraus der Hinweis, dass mehr als 500.000 Patienten/Jahr entweder medizinisch nicht eindeutig indiziert ins Krankenhaus aufgenommen oder dort zu lange behandelt wurden. Auf diesen Punkt gehen die Autoren allerdings nicht ein. Welche Rechtsgründe sprechen dafür, dass die daraus resultierenden Krankenhausrechnungen korrekt sind? Es bleibt dabei: mindestens vier Prozent aller Rechnungen sind zu beanstanden. Dies erkennen offensichtlich die Krankenhäuser auch an und überweisen die Rückforderungen - ein nennenswerter Betrag, der so dem Solidarsystem wieder zur Verfügung steht.“
In der rechten Spalte können Sie den kompletten Leserbrief als PDF-Datei downloaden.
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Leserbrief zum Artikel "Codierqualität in den Krankenhäusern: Unberechtigte Vorwürfe" im Deutschen Ärzteblatt
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