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MDK-Tag: Bessere Unterstützung vor Ort für ältere Menschen notwendig

Essen, 15. September 2016

Auf dem Tag der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung haben der MDS (Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen) und der MDK Nordrhein eine bessere Vernetzung auf lokaler wie auf überregionaler Ebene gefordert, um älteren Menschen ein möglichst langes selbstständiges Leben zu bieten. Der MDK-Tag ist Teil der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention. 

Insbesondere die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der häuslichen Pflegebegutachtung erlebten täglich hautnah, welche gesundheitlichen Auswirkungen das Lebensumfeld auf die betroffenen Menschen habe, berichtete Dr. Klaus-Peter Thiele, leitender Arzt des MDK Nordrhein auf dem MDK-Tag. „Der neue Pflegebegriff, der ab 2017 gilt, führt endlich zu einem Paradigmenwechsel, denn er stellt die Frage nach der Selbstständigkeit und der sozialen Teilhabe in den Mittelpunkt.“ Dabei gehe es nicht nur darum, eine wohnortnahe medizinische und pflegerische Versorgung sicherzustellen, so Thiele. Es stelle sich auch die Frage, wie sehr sich Städte wandeln müssten, um älteren Menschen mit gesundheitlicher Einschränkungen Lebensqualität und Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen.

Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS, hob hervor, dass mit dem neuen Pflegebegriff eine grundlegende Änderung der Pflegebegutachtung erfolgt. „Der zentrale Vorteil des neuen Verfahrens ist, dass die verschiedenen Dimensionen der Pflegebedürftigkeit künftig umfassend berücksichtigt werden. Menschen mit Demenz und anderen gerontopsychiatrischen Erkrankungen erhalten einen leichteren Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung. Auch bei Menschen mit hohem krankheitsspezifischem Pflegebedarf lässt sich der Unterstützungsbedarf besser erfassen.“ Die Vorbereitungen für das neue System laufen bundesweit: So werden die MDK-Gutachterinnen und Gutachter geschult und die neue Begutachtungssoftware wird erprobt.

Pressekontakt:
Michaela Gehms, Pressesprecherin des MDS, Tel.: 0201 8327 115, m.gehms@mds-ev.de
Dr. Barbara Marnach, Pressesprecherin des MDK Nordrhein, Tel.: 0211 1382 196,
b.marnach@mdk-nordrhein.de

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