Die Medizinischen Dienste und der MDS

Als Expertenorganisation auf Bundes-Ebene hat der MDS gem. § 282 Absatz 2 SGB V den gesetzlichen Auftrag, den GKV-Spitzenverband in allen medizinischen Fragen zu beraten und die Medizinischen Dienste zu koordinieren. Konkret koordiniert und fördert der MDS die Durchführung der Aufgaben und die Zusammenarbeit der Medizinischen Dienste in medizinischen und organisatorischen Fragen mit dem Ziel, bundesweit eine einheitliche Begutachtung der Versicherten nach aktuellen Standards und einheitlichen Kriterien zu gewährleisten.

Die Medizinischen Dienste sind auf Landes-Ebene als eigenständige Körperschaften organisiert und mit über 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der unabhängige Begutachtungs-Dienstleister für die Kranken- und Pflegeversicherung. Die Kranken- und Pflegekassen beauftragen den Medizinischen Dienst mit einer Stellungnahme / Begutachtung, wenn dies gesetzlich vorgeschrieben ist oder wenn die Krankenkasse oder Pflegekasse medizinischen oder pflegerischen Sachverstand benötigt, um über einen Leistungsantrag eines Versicherten zu entscheiden. Die Medizinischen Dienste führen so jährlich mehrere Millionen Begutachtungen für die Kranken- und Pflegeversicherung durch.

Bei seinen Aufgaben wird der MDS von den Medizinischen Diensten unterstützt, die ihren Sachverstand z.B. in Sozialmedizinischen Expertengruppen und Kompetenz-Centren mit dem MDS zusammenführen.

Kosten und Finanzierung des MDS / der Medizinischen Dienste


Der MDS ist ein eingetragener Verein und wird von seinen Vereinsmitgliedern finanziert. Das ist in erster Linie der GKV-Spitzenverband. Das Haushaltsvolumen des MDS im Jahr 2021 beträgt 15,1 Mio. Euro.

Die Medizinischen Dienste in den Ländern werden je zur Hälfte von den Krankenkassen und den Pflegekassen über eine Umlage finanziert. Die Kassen bezahlen für jedes Mitglied, das seinen Wohnsitz in dem Gebiet eines Medizinischen Dienstes hat, einen Pauschalbetrag (Pro-Kopf-Umlage) an diesen Medizinischen Dienst.

MDK-Reformgesetz


Am 1. Januar 2020 ist das „Gesetz für bessere und unabhängigere Prüfungen“ (MDK-Reformgesetz) in Kraft getreten. Die Reform zielt darauf ab, die Medizinischen Dienste zu stärken und unabhängig von den Krankenkassen zu organisieren. Seit Mitte 2021 werden alle bisherigen Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) als eigenständige Körperschaften des öffentlichen Rechts einheitlich unter der Bezeichnung „Medizinischer Dienst“ geführt. Damit ist der erste Teil der Organisationsreform des Medizinischen Dienstes umgesetzt. Im zweiten Teil der Organisationsreform wird der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) ebenfalls in eine Körperschaft des öffentlichen Rechts umgewandelt, organisatorisch aus der Trägerschaft des GKV-Spitzenverbandes gelöst und unter der Bezeichnung „Medizinischer Dienst Bund“  geführt. Dieser Teil wird voraussichtlich Ende 2021 abgeschlossen sein. Die föderale Struktur der Medizinischen Dienste wird beibehalten.

Zudem soll mit der Reform die Anzahl der Krankenhausabrechnungsprüfungen insgesamt gesenkt und es sollen Anreize für korrekte Abrechnungen geschaffen werden.

Der MDS hat wesentliche Fragen und Antworten zur MDK-Reform in einem Infoblatt zusammengestellt, dass Sie unten downloaden können.

Dokumente zum Thema

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Ihr Ansprechpartner

Martin Melcer

Martin Melcer

Bereichsleiter Koordination/Kommunikation
Tel: +49 201 8327-111
E-Mail: m.melcer@mds-ev.de

Letzte Änderung

26.08.2021