Pressemitteilung

Welttag gegen Misshandlung älterer Menschen 15. Juni - MDS: Vorbeugung kann vor Gewalt in der Pflege schützen

Essen, 12. Juni 2015

Mehr als jeder dritte Pflegende hat sich gegenüber pflegebedürftigen Menschen mindestens schon einmal unangemessen verhalten - das Spektrum reicht vom Anschreien und Beschimpfen bis hin zu körperlicher Gewalt, pflegerischer Vernachlässigung und Ruhigstellen mit Medikamenten. Der MDS setzt sich für die gezielte Vorbeugung von Gewalt in Pflegebeziehungen ein und entwickelt in einem Projekt Präventionsansätze in Modellkommunen.

"Ältere Menschen, die sich oftmals nicht mehr selbst äußern und wehren können, benötigen einen besonderen Schutz vor den verschiedenen Formen der Gewalt. Ein besonderes Augenmerk legen wir dabei auf das oftmals nicht hinterfragte Ruhigstellen mit Medikamenten. Mit unserem Projekt "Gewaltfreie Pflege" wollen wir Wege der Vorbeugung zum Schutz vor Gewalt voranbringen", sagt Uwe Brucker, Leiter des Team Pflege beim MDS. Im Projekt "Gewaltfreie Pflege", das der MDS im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums derzeit durchführt, wird in den vier Modellkommunen Stuttgart, Potsdam, Dortmund und Landkreis Fulda ein Präventionsansatz entwickelt. Im Zentrum steht dabei die Information und Aufklärung, die Schaffung von Anlaufstellen von Betroffenen und Fortbildungsangebote für Pflegende. Die Ergebnisse des Projekts sollen zum Jahresende vorgestellt werden.

Hintergrund

Mit dem Welttag gegen die Misshandlung älterer Menschen der Vereinten Nationen (15. Juni) wird auf die Gewalt gegen ältere Menschen aufmerksam gemacht. Gewalt umfasst dabei körperliche, psychische und sexuelle Gewalt, sowie die Vernachlässigung und die finanzielle Ausbeutung von älteren Menschen. Vorgänger des Projekts "Gewaltfreie Pflege" war das Projekt MILCEA (Monitoring in Long-Term Care Pilot Project on Elder Abuse), das der MDS im Auftrag der Europäischen Kommission 2012 abgeschlossen hat. Dabei wurden Rahmenempfehlungen zur Prävention von Gewalt gegen alte und pflegebedürftige Menschen erarbeitet, die nun im Nachfolgeprojekt (Laufzeit Juli 2013 bis Ende 2015) in die Praxis umgesetzt werden. Pflegende Angehörige und Pflegekräfte, die unsicher über das eigene Verhalten sind oder fragwürdiges Verhalten bei anderen beobachten, sollten sich an Pflegestützpunkte, an Seniorenberatungsstellen, Pflegebeschwerdestellen oder an die Heimaufsicht zu wenden.

Der Medizinische Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) berät den GKV-Spitzenverband in medizinischen und pflegerischen Fragen. Er koordiniert und fördert die Durchführung der Aufgaben und die Zusammenarbeit der MDK.
Die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) begutachten Antragsteller auf Leistungen der Pflegeversicherung im Auftrag der Pflegekassen.

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