Medizinprodukte in der ambulanten Versorgung

Bestimmte Medizinprodukte, die niedergelassene Ärztinnen und Ärzte bei Untersuchungen und Behandlungen einsetzen, können sie gesondert abrechnen. Dazu zählen zum Beispiel Herzkatheter, Stents, Ports, Herniennetze und Herzschrittmacher. Vergütet werden diese als "Sachkosten" auf der Grundlage des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM).

Entsprechende Medizinprodukte spielen bei der Patientenversorgung eine wichtige Rolle, da sie mitunter in großen Stückzahlen eingesetzt werden, Tendenz steigend. Spitzenreiter unter den ambulanten Operationen in Deutschland mit deutlich über 500 000 Eingriffen jährlich ist die Kataraktoperation mit Implantation einer Intraokularlinse. Um Patienten vor nicht sinnvollen Maßnahmen und das Solidarsystem vor unnötigen Kosten zu schützen, sollen Krankenkassen Sachkosten nur dann erstatten, wenn sie medizinisch notwendig sind und dem Wirtschaftlichkeitsgebot entsprechen.

Aber welche Medizinprodukte sind unter welchen Umständen medizinisch notwendig und wirtschaftlich? Dies zu klären ist eine der Aufgaben des MDS. Damit unterstützt der MDS den GKV-Spitzenverband und die gesetzlichen Krankenkassen in der Gestaltung einer qualitativ hochwertigen und wirtschaftlichen Versorgung. Ein besonderer Fokus der Arbeit des MDS liegt auf der Frage, wie gesichert der Nutzen insbesondere neuer Medizinprodukte ist. Auswertungen des MDS zeigen: Der Nutzen sogenannter "Innovationen" ist oft nicht belegt. Und damit ist auch das Risiko für die Patienten nicht kalkulierbar.