Bestmögliche medizinische Versorgung auf Basis wissenschaftlicher Evidenz

Der Grundgedanke einer evidenzbasierten Gesundheitsversorgung ist es, Entscheidungen durch bestmögliche wissenschaftliche Evidenz aus klinischen Studien zu stützen. Nach wie vor sind viele innovative aber auch etablierte medizinische Maßnahmen nicht durch Belege aus klinischer Forschung abgesichert und es bestehen erhebliche Unsicherheiten bezüglich Nutzen und Schaden für den Patienten. Es kann nach wie vor sein, dass nutzlose oder gar schädliche Interventionen große Akzeptanz erfahren und weite Verbreitung finden, während nützliche Interventionen nicht beachtet werden oder nur einen verzögerten Eingang in die Versorgung finden. Eine Nutzenbewertung, d.h. die Abwägung von Nutzen und Schaden einer medizinischen Maßnahme als Entscheidungsgrundlage für deren Einführung, Anwendung oder Vergütung, ist daher unverzichtbar.

Evidenzbasierte Nutzenbewertungen werden nach festgelegten methodischen Standards in einem transparenten Prozess erstellt. Sie umfassen eine systematische Suche nach klinischen Studien sowie Analyse und Zusammenfassung der Evidenz, die zu einer Fragestellung zur Verfügung steht. Zentral hierbei ist der Blick auf den Patienten: Betrachtet werden daher vorrangig patientenrelevante Endpunkte, d.h. die Auswirkungen einer medizinischen Maßnahme auf die Mortalität, Morbidität und Lebensqualität des Patienten. Der MDS erarbeitet Nutzenbewertungen zu allen Bereichen der medizinischen Versorgung: Arzneimittel, nicht-medikamentöse Behandlungsmethoden, Medizinprodukte sowie Diagnose- und Screeningverfahren. Diese werden für den GKV-Spitzenverband sowie einzelne gesetzliche Krankenkassen und ihre Verbände z. B. für Entscheidungen im Gemeinsamen Bundesausschuss oder im Bewertungsausschuss (der Ausschuss, der den Umfang und die Vergütung ambulanter Leistungen festlegt) erstellt. Außerdem werden Nutzenbewertungen vom MDK genutzt, wenn in einem Begutachtungsfall Fragen zu neuen medizinischen Methoden aufkommen. So trägt der MDS auf verschiedenen Ebenen zu einer sicheren und patientenorientierten Gesundheitsversorgung bei.

Dokumente zum Thema

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  • Gutachten / Nutzenbewertung
    Drug Eluting Balloons (DEB) bei pAVK ‒ Nutzenbewertung und Indikationskriterien

    Im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes hat der MDS den Nutzen und Schaden der Drug Eluting Balloons (DEB) bei einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit bewertet. DEB sind Katheter, die zur Erweiterung atheriosklerotisch verengter oder verschlossener koronarer bzw. peripherer Gefäße eingesetzt werden. Die speziellen Ballons sind mit einem proliferationshemmenden Wirkstoff beschichtet, der in die Gefäßwand abgegeben wird. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass sich Hinweise auf einen Zusatznutzen der PTA (Perkutane transluminale Angioplastie) mit zusätzlicher Anwendung eines DEB gegenüber der alleinigen PTA mit unbeschichteten Ballonkathetern im Indikationsgebiet der De-novo-Stenosen und Restenosen (nicht In-Stent-Restenosen) in der Arteria femoralis oder der Arteria poplitea ergeben.

  • Gutachten / Nutzenbewertung
    Telemedizinische Überwachung von Patienten mit implantierten kardiologischen Aggregaten

    Das vorliegende Gutachten wurde im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes mit dem Ziel erstellt, die Evidenzlage zur telemedizinischen Überwachung von Patienten mit implantierten kardiologischen Aggregaten zu überprüfen und zu bewerten. Dies soll insbesondere im Vergleich zur etablierten Standardversorgung geschehen. Wirtschaftlichkeitsaspekte wurden im Zuge der Auftragskonkretisierung ausgeklammert; Ressourcenendpunkte – in erster Linie Visitenhäufigkeit, Krankenhausaufenthalte und Datentransferhäufigkeiten – sollten aber erfasst werden. Es wurde vereinbart, die Darstellung der Evidenzlage als Nutzenbewertung durchzuführen, basierend auf Studien der Evidenzstufe I.

  • Gutachten / Nutzenbewertung
    Stellungnahme zum Prolaris© Genexpressionstest zur Risikoabschätzung beim Prostatakarzinom

    Bewertung des Prolaris©-Test beim Prostatakarzinom, bei dem die Ergebnisse einer kursorischen Recherche des MDS aus dem September 2014 und die des HTA-Berichtes „Gene Expression Analysis for Prostate Cancer Management” der Blue Cross and Blue Shield Association (BCBS) in Bezug auf den Prolaris©-Test zusammenfassend dargestellt werden. Der BCBS HTA-Bericht ist eine systematische Übersichtsarbeit mit einer Nutzenbewertung von zwei auf der Bestimmung der Tumorgenexpression beruhenden molekulardiagnostischen Tests (Prolaris© und Oncotype DX Prostate©).

  • Gutachten / Nutzenbewertung
    LIPUS zur Behandlung von Pseudarthrosen

    Gutachten des MDS mit dem Ziel, die Evidenz zum Nutzen einer LIPUS Behandlung (niedrig dosierter, gepulster Ultraschall) in der Indikation der Pseudarthrose zu bewerten.

  • Gutachten / Nutzenbewertung
    Endoskopische biliodigestive Diversionmittels Kunstoffconduit zur Behandlung von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und / oder Adipositas (EndoBarrier®)

    Gutachten der Sozialmedizinischen Expertengruppe "Methoden- und Produktbewertung" (SEG 7) aus dem Jahr 2015 (Aktualisierung des Primärgutachtens aus 2014)

  • Gutachten / Nutzenbewertung
    Vergleich immunologischer Stuhltests mit Guajak-basierten Stuhltests in der Darmkrebsfrüherkennung

    Gutachten des MDS / Bereich Evidenzbasierte Medizin aus dem Jahr 2014

  • MDK Forum
    Wie funktioniert eine Nutzenbewertung?

    Artikel von Dr. Michaela Eikermann, MDS, im MDK Forum 2/2015

  • MDK Forum
    Innovationen in der Medizin: Von lebenslangem Lernen, alten Zöpfen und einem Töpfchen für die Guten

    Artikel von Dr. Martina Koesterke, MDS, im MDK Forum 2/2015 zur Frage " Woher wissen Ärzte im Praxisalltag, welche alten Zöpfe sie abschneiden sollen – und welche nicht?"