Richtlinien der Pflegebegutachtung

Wenn Versicherte einen Antrag auf Pflegeleistungen bei ihrer Pflegekasse stellen, beauftragt die Pflegekasse den regional zuständigen MDK mit der Begutachtung. Eine Pflegegutachterin oder ein Pflegegutachter des MDK besucht den Versicherten, um festzustellen, ob die Voraussetzungen für Pflegebedürftigkeit gegeben sind und wenn ja, welche Pflegestufe vorliegt. Zusätzlich müssen die Gutachter u.a. auch beurteilen, ob eine eingeschränkte Alltagskompetenz vorliegt, ob die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln angemessen ist und ob Leistungen zur Rehabilitation empfohlen werden sollten.

Die Grundlage für die Begutachtung bilden die Begutachtungs-Richtlinien. Sie konkretisieren die allgemeinen Vorgaben des Pflegeversicherungsgesetzes, damit die Begutachtungen in ganz Deutschland nach einheitlichen Regeln durchgeführt werden. Der derzeit gültige Pflegebedürftigkeitsbegriff stellt zentral auf den zeitlichen Hilfebedarf in der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung ab. Entsprechend steht die Definition dessen, was einen Hilfebedarf ausmacht und wie der Zeitaufwand für die Hilfen bemessen wird, im Mittelpunkt der Begutachtungs-Richtlinien.

Die Pflege-Begutachtungs-Richtlinien werden vom GKV-Spitzenverband beschlossen und vom BMG genehmigt. Als Berater des GKV-Spitzenverbandes ist es Aufgabe des MDS, die fachlichen Inhalte der Richtlinien zu erarbeiten. Während der MDS auf Bundesebene seinen pflegefachlichen Input zur Richtlinie liefert, koordiniert er in Richtung MDK die praktische Umsetzung der Richtlinien. Das reicht von der Schulung der Gutachter über die Qualitätssicherung der Gutachten bis zur bundesweiten Statistik über die Pflege-Begutachtungen.

Ab 2017 wird ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff gelten, der die Beeinträchtigungen der Selbständigkeit und Fähigkeiten von Menschen mit kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen – dazu zählen vor allem Menschen mit Demenz – stärker berücksichtigen wird. So sieht es das Pflegestärkungsgesetz II vor. Die Leistungen der Pflegeversicherung werden von bisher drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade umgestellt. Umgesetzt werden soll der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff durch ein neues Begutachtungsinstrument. Dass dieses Instrument funktioniert und den Pflegegrad genau erfasst, wurde 2015 unter der Leitung des MDS bundesweit bei 2.000 Pflegebegutachtungen erfolgreich erprobt. MDS, MDK und GKV-Spitzenverband arbeiten intensiv an der Neufassung den Begutachtungs-Richtlinien, damit diese bereits 2016 vorliegen.

Dokumente zum Thema

  • Richtlinien / Grundlagen der MDK-Begutachtung
    Richtlinien des GKV-Spitzenverbandes zur Begutachtung von Pflegebedürftigkeit - gültig bis 31.12.2016
  • Richtlinien / Grundlagen der MDK-Begutachtung
    Richtlinie zur Feststellung von Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz und zur Bewertung des Hilfebedarfs
  • Richtlinien / Grundlagen der MDK-Begutachtung
    Umsetzungsempfehlungen zur Feststellung von Personen mit erh. eingeschränkter Alltagskompetenz und zur Bewertung des Hilfebedarfs
  • Infografik
    MDK-Pflegequalitätsprüfungen 2011 - 2015
  • Infografik
    Laufzeiten der MDK-Pflegegutachten 2014