MDS-Pflege-Qualitätsberichte

Der MDS gibt alle drei Jahre einen umfassenden Bericht zur Situation und zur Entwicklung der Pflegequalität bei häuslicher Pflege und in Pflegeheimen heraus. Grundlage sind die Ergebnisse der Qualitätsprüfungen der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) in den Ländern und des Prüfdienstes der privaten Krankenversicherung (PKV-Prüfdienst). Am 1. Februar 2018 hat der MDS den 5. Pflege-Qualitätsbericht herausgegeben. Der aktuelle Bericht enthält die Ergebnisse der Pflege-Qualitätsprüfungen im Jahr 2016.

Zentrale epidemiologische Daten für die stationäre Versorgung

2016 hatten 70,7 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner in stationären Pflegeeinrichtungen eine gerontopsychiatrische Einschränkung wie Demenz (2013: 63,8 Prozent). 77,5 Prozent der Bewohner brauchten eine Inkontinenzversorgung (2013: 76,9 Prozent); 37,8 Prozent hatten chronische Schmerzen (2013: 35,0 Prozent). Bei 8,7 Prozent der untersuchten Personen gab es einen erheblichen Gewichtsverlust (2013: 7,6 Prozent). Bei 24,9 Prozent wurde der Gewichtsverlauf nicht kontrolliert (2013: 10,6 Prozent).

Zentrale epidemiologische Daten für die ambulante Versorgung

31,2 Prozent der Pflegebedürftigen in häuslicher Umgebung waren in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt (2013: 29,9 Prozent). 43,5 Prozent hatten chronische Schmerzen (2013: 38,8 Prozent). 2,9 Prozent der Pflegebedürftigen litten an einem Dekubitus (2013: 3,2 Prozent).

Datenbasis des aktuellen MDS-Qualitätsberichts

Der 5. Pflege-Qualitätsbericht des MDS bezieht sich auf die Qualitätsprüfungen der Medizinischen Dienste und des PKV-Prüfdienstes im Jahr 2016. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Pflege in Deutschland. Ausgewertet wurden Daten aus 12.810 Qualitätsprüfungen in ambulanten Pflegediensten und aus 13.304 Qualitätsprüfungen in Pflegeheimen. Dabei untersuchten die MDK-Prüferinnen und -Prüfer die Versorgungsqualität von rund 175.000 Pflegebedürftigen.

Zentrale Ergebnisse des 5. Pflege-Qualitätsberichtes

Viele Pflegeheime und ambulante Pflegedienste erfüllen die Anforderungen an eine gute Pflege, aber es gibt weiterhin Verbesserungsbedarf. Mängel in der Heimversorgung gibt es bei der Schmerzerfassung und der Wundversorgung sowie in der ambulanten Pflege bei der Intensivpflege und der Beratung der Pflegebedürftigen. Leichte Verbesserungen im Vergleich zu 2013 sind bei der Dekubitusprophylaxe und bei freiheitsentziehenden Maßnahmen zu verzeichnen. Erstmals enthält der Bericht auch Ergebnisse aus den Abrechnungsprüfungen in der ambulanten Pflege. Diese sind seit Oktober 2016 Bestandteil der jährlichen Prüfungen von ambulanten Pflegedienste. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Pflege in Deutschland.

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