Pflegenoten / Vereinbarungen zur Pflegetransparenz

Seit dem Jahr 2009 wird die Qualität von ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Form von Noten zwischen „sehr gut“ und „mangelhaft“ bewertet. Die Grundlage für diese Bewertung bildet die jährliche MDK-Qualitätsprüfung eines ambulanten Pflegedienstes oder Pflegeheimes. Auf dieser Basis erstellen die Pflegekassen für jede Pflegeeinrichtung einen Transparenzbericht und veröffentlichen diesen im Internet. Der Bericht enthält eine Gesamtnote der Einrichtung, Noten für verschiedene Pflegebereiche und die Ergebnisse einzelner Prüfkriterien. Welche Kriterien  in den Transparenzbericht einfließen und veröffentlicht werden und wie die Noten berechnet werden, haben der GKV-Spitzenverband, die überörtlichen Sozialhilfeträger und die kommunalen Spitzenverbände mit den Verbänden der Leistungserbringer in Transparenzvereinbarungen gemeinsam festgelegt. Der MDS war beratend an den Verhandlungen beteiligt.

Den Grundgedanken, Transparenz über die Qualität der Pflege für die Verbraucher herzustellen, begrüßt der MDS ausdrücklich. Allerdings erfüllen die Transparenzberichte in ihrer bisherigen Ausgestaltung nicht die an sie gestellte Erwartung, eine klare Entscheidungshilfe für die Auswahl einer Pflegeeinrichtung zu sein. Die veröffentlichten Ergebnisse zeichnen häufig ein besseres Bild von der Qualität einer Pflegeeinrichtung, als es die Prüfer des MDK bei den Prüfungen vorfinden. So liegt die Gesamtnote der meisten Pflegeeinrichtungen zwischen „gut“ und „sehr gut“. Damit sind bestehende Qualitätsunterschiede zwischen den Pflegeeinrichtungen für die Verbraucher nicht bzw. kaum zu erkennen.

Bei der Weiterentwicklung der Transparenzvereinbarungen haben sich MDS und GKV-Spitzenverband für eine Verbesserung der Aussagekraft dieser Vereinbarungen eingesetzt. Es konnten dabei zwar kleinere Veränderungen an der Bewertungssystematik erreicht werden, es war in der Schiedsstelle jedoch nicht möglich, gegen den Widerstand der Verbände der Betreiber von Pflegeeinrichtungen fundamentale Verbesserungen zu realisieren. Aufgrund der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes treten am 01.01.2017 in der ambulanten und stationären Pflege aktualisierte Transparenzvereinbarungen in Kraft. Gleichzeitig hat der Gesetzgeber im Pflegestärkungsgesetz II (PSG II) die Weichen für eine wissenschaftsbasierte Weiterentwicklung der Qualitätsprüfungen und der Qualitätsberichterstattung gestellt. Diese soll bis Ende 2017 (stationär) bzw. Ende 2018 (ambulant) erfolgen.

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  • Vereinbarungen zur Pflegetransparenz
    Transparenz-Vereinbarung stationäre Pflege (PTV-S) incl. Anlagen - gültig ab 1.1.2017
  • Vereinbarungen zur Pflegetransparenz
    Transparenz-Vereinbarung ambulante Pflege (PTV-A) incl. Anlagen - gültig ab 1.1.2017
  • Vereinbarungen zur Pflegetransparenz
    Transparenz-Vereinbarung stationäre Pflege (PTV-S) gültig bis 31.12.2016
  • Vereinbarungen zur Pflegetransparenz
    Transparenz-Vereinbarung ambulante Pflege (PTV-A) - gültig bis 31.12.2016