Qualitätsprüfungen von Pflegeeinrichtungen

Einmal im Jahr wird die Qualität der Pflege in allen ambulanten Pflegediensten und allen Pflegeheimen geprüft (Regelprüfung). Außerdem können Prüfungen aus bestimmten Anlässen – dies sind meist Beschwerden – erfolgen (Anlassprüfung). 90 Prozent der Prüfungen führen die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) durch, 10 Prozent der Prüfdienst der privaten Krankenversicherung (PKV-Prüfdienst).

Neben der Qualität der Pflege ist bei ambulanten Pflegediensten die Abrechnungsprüfung verpflichtender Inhalt der Qualitätsprüfungen.

Was tut der MDS?

Für ein einheitliches Vorgehen bei den Prüfungen sorgen Richtlinien. Dabei handelt es sich um die Qualitätsprüfungs-Richtlinien (QPR) bzw. die Qualitätsprüfungs-Richtlinie häusliche Krankenpflege (QPR-HKP). Diese Richtlinien werden fachlich vom MDS – unter Beteiligung der MDK –  erarbeitet und durch den GKV-Spitzenverband erlassen. Dabei setzt sich der MDS für einen beratungsorientierten Prüfansatz ein, in dessen Mittelpunkt eine hohe Versorgungsqualität für die Pflegebedürftigen steht.

Bessere Pflegequalität durch externe Prüfungen

Seit der Einführung von jährlichen MDK-Qualitätsprüfungen in allen Pflegeeinrichtungen im Jahr 2011 hat sich die Pflegequalität Schritt für Schritt verbessert. Dies gilt insbesondere für Kriterien, die für die Versorgung pflegebedürftiger Menschen besonders wichtig sind, wie das Schmerzmanagement, die Medikamentengabe, die Wundversorgung, die Versorgung mit Essen und Trinken, die Körperpflege und der Umgang mit freiheitsentziehenden Maßnahmen. Das macht deutlich, dass regelmäßige externe Prüfungen und die damit verbundene Beratung durch den MDK unverzichtbar sind, um die Pflegequalität zu sichern und zu verbessern.

Warum wird die Qualitätsprüfung und -darstellung reformiert?

Die Darstellung der Pflegequalität in Pflegenoten ist in den vergangenen Jahren erheblich in die Kritik geraten, weil Qualitätsmängel der Einrichtungen für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht klar erkennbar sind. Deshalb hat der Gesetzgeber 2016 mit dem Pflegestärkungsgesetz II den Qualitätsausschuss Pflege eingerichtet und beauftragt, durch wissenschaftliche Projekte neue Prüfverfahren sowie eine Alternative zur bisherigen Pflegenotendarstellung zu entwickeln.

Was ändert sich in der stationären Pflege?

Das Institut für Pflegewissenschaft an der Uni Bielefeld (Dr. Klaus Wingenfeld) und das Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesund­heitswesen (aQua-Institut) in Göttingen haben konkrete Konzepte für eine neue Qualitätsprüfung und -darstellung erarbeitet. Der Qualitätsausschuss Pflege hat den Abschlussbericht der Wissenschaftler mit den konkreten Umsetzungsvorschlägen für die stationäre Pflege im September 2018 abgenommen. Im November 2018 wurde mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) beschlossen, dass die neue Qualitätsprüfung und -darstellung bis Ende 2019 umzusetzen ist. Die Qualitätsprüfung durch den MDK basiert wie bisher auf der Inaugenscheinnahme von stichprobenhaft ausgewählten Bewohnerinnen und Bewohnern sowie einem persönlichen Gespräch mit ihnen, um die Versorgungsqualität zu untersuchen. Darüber hinaus prüft der MDK künftig die Plausibilität der Qualitätsdaten, die die Pflegeeinrichtung selbst über diese Bewohner ermittelt und an eine Datenauswertungsstelle weitergeleitet hat (Ergebnisindikatoren). Ein weiterer wichtiger Baustein ist das Fachgespräch mit den Pflegekräften vor Ort. Insgesamt gewinnt die pflegefachliche Beratung des MDK an Bedeutung. Die Pflegedokumentation spielt in Zukunft eine nachgeordnete Rolle.

Die Qualitätsprüfungen von vollstationären Pflegeeinrichtungen nach dem neuen Verfahren starten ab November 2019 auf der Basis von bundesweit gültigen Prüfrichtlinien. Diese werden derzeit von den Medizinischen Diensten gemeinsam mit den Pflegekassen erarbeitet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Medizinischen Dienste werden für die Prüfaufgaben speziell geschult. Auch hierzu laufen derzeit die Vorbereitungen in der MDK-Gemeinschaft.

Die Qualitätsdarstellung wird zukünftig auf drei Säulen stehen: auf ausgewählten MDK-Qualitätsprüfergebnissen nach neuem Prüfverfahren, auf Qualitätsdaten (Ergebnisindikatoren), die die Heime selbst erheben und auf allgemeinen Informationen zur Einrichtung.

Was ist für die ambulante Pflege geplant?

Für die ambulante Pflege haben die Hochschule Osnabrück (Prof. Dr. Andreas Büscher) sowie das Institut für Pflegewissenschaft an der Uni Bielefeld (Dr. Klaus Wingenfeld) ebenfalls Vorschläge für eine analoge Anpassung der MDK-Prüfung erarbeitet.

Der Qualitätsausschuss Pflege hat den Abschlussbericht mit Umsetzungsvorschlägen für die ambulante Pflege ebenfalls abgenommen. Bevor die Ergebnisse umgesetzt werden können, ist noch eine Pilotierung des neuen Prüfkonzeptes erforderlich. Die Vorbereitungen hierzu laufen derzeit. Nach Abschluss der Pilotierung werden die Qualitätsvereinbarungen, die Qualitätsprüfungs-Richtlinien und die Qualitätsdarstellungs-Vereinbarung erarbeitet.

Informationen zur Qualitätsprüfung ab 2019

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  • Info-Papier
    Fragen und Antworten zur neuen Qualitätsprüfung für Pflegeheime ab 2019
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