Qualitätsprüfungen von Pflegeeinrichtungen

Einmal im Jahr wird die Qualität der Pflege in allen ambulanten Pflegediensten und allen Pflegeheimen geprüft (Regelprüfung). Außerdem können Prüfungen aus bestimmten Anlässen - dies sind meist Beschwerden - erfolgen (Anlassprüfung). 90 Prozent der Prüfungen führen die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) durch, 10 Prozent der Prüfdienst der privaten Krankenversicherung (PKV-Prüfdienst). Die Prüfung der Heime erfolgt unangemeldet vor Ort in der Pflegeeinrichtung, die Prüfung der ambulanten Pflegedienste wird am Tag zuvor angekündigt, Anlassprüfungen finden auch hier unangemeldet statt. Zu den zentralen Prüfinhalten gehören die Inaugenscheinnahme der Pflegebedürftigen und die Auswertung der Pflegedokumentation.

Neben der Qualität der Pflege ist bei ambulanten Pflegediensten die Abrechnungsprüfung verpflichtender Inhalt der Qualitätsprüfungen.

Was tut der MDS?

Der MDS unterstützt durch vielfältige Aktivitäten ein einheitliches Vorgehen bei den Prüfungen. Darüber hinaus berät der MDS den GKV-Spitzenverband in Fragen rund um die Pflegequalität und ihre Weiterentwicklung und bringt seine Expertise bei Verhandlungen ein. Beispielsweise ist der MDS bei den Verhandlungen der Grundsätze und Maßstäbe zur Qualität nach § 113 SGB XI beratend beteiligt. In diesen Grundsätzen und Maßstäben werden wesentliche Eckpunkte für die Ausgestaltung der Qualität der Pflege festgelegt, die anschließend als Bewertungsmaßstab Eingang in die bundesweit einheitlichen Prüfgrundlagen finden. Dabei handelt es sich um die Qualitätsprüfungs-Richtlinien (QPR). Diese Richtlinien werden fachlich vom MDS erarbeitet - unter Beteiligung der MDK - und durch den GKV-Spitzenverband erlassen. Dabei setzt sich der MDS für einen beratungsorientierten Prüfansatz ein, in dessen Mittelpunkt eine hohe Versorgungsqualität für die Pflegebedürftigen steht. Auch im neu gegründeten Qualitätsausschuss ist der MDS beratend beteiligt. Der Qualitätsauschuss schafft in den nächsten Jahren die Grundlagen für weiterentwickelte Verfahren zur Prüfung und Darstellung der Qualität.

Bessere Pflegequalität durch externe Prüfungen

Seit der Einführung von jährlichen MDK-Qualitätsprüfungen in allen Pflegeeinrichtungen im Jahr 2011 hat sich die Pflegequalität verbessert. Dies gilt insbesondere für Kriterien, die für die Pflegequalität besonders wichtig sind, wie das Schmerzmanagement, die Medikamentengabe, den Umgang mit freiheitsentziehenden Maßnahmen, die Versorgung mit Essen und Getränken sowie die Körperpflege. Diese macht deutlich, dass regelmäßige externe Prüfungen und die damit verbundene Beratung durch den MDK wichtige Impulse für gute Pflegequalität geben. Um das erreichte Qualitätsniveau zu halten, bleiben die externen MDK-Prüfungen deshalb unverzichtbar. Ergebnisindikatoren, die die Pflegeeinrichtungen selbst erheben, können die externen Prüfungen nicht ersetzen.

Ergänzend zum Thema

Artikelbild
0,00 €