Feststellung des Rehabedarfs in der Pflegebegutachtung

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen wird in Zukunft erheblich steigen. Auf vielen Ebenen werden deshalb Strategien entwickelt, um die damit verbundenen Herausforderungen erfolgreich anzunehmen. In diesem Zusammenhang kommen Leistungen zur medizinischen Rehabilitation eine besondere Bedeutung zu. Deshalb ist der Grundsatz „Rehabilitation vor und bei Pflege“ seit Jahren in den Sozialgesetzbüchern verankert.

Um diesen umzusetzen, müssen die Gutachter bei jeder Pflegebegutachtung auch prüfen, ob und in welchem Umfang Leistungen zur medizinischen Rehabilitation geeignet, notwendig und zumutbar sind, um Pflegebedürftigkeit zu verhüten oder zu vermindern. Diese Aufgabe wurde durch die Pflegereformen 2008 und 2012 deutlich erweitert. So gilt nach dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz 2008 die Feststellung einer Indikation zur medizinischen Rehabilitation als Antrag auf eine solche Leistung, sofern die Einwilligung des Versicherten vorliegt. Seit dem Pflegeneuausrichtungsgesetz (PNG) 2012 müssen die Gutachter eine gesonderte Rehabilitationsempfehlung erstellen.

Der MDS fördert und unterstützt die Umsetzung dieser Aufgabe. So koordinierte der MDS 2013/2014 das breit angelegte wissenschaftliche Evaluationsprojekt „Reha XI – Erkennung rehabilitativer Bedarfe in der Pflegebegutachtung der MDK“. 

Die Ergebnisse des Projektes Reha XI sind in einen optimierten Begutachtungsstandard eingegangen, der seit 2015 flächendeckend angewendet wird.

Mit in Kraft treten des Pflegestärkungsgesetz II am 1. Januar 2016 wurde der Vorrang von Prävention und Rehabilitation nochmals gestärkt. Die Empfehlungen zur medizinischen Rehabilitation sind nun um Empfehlungen zur Prävention erweitert. Der optimierte Begutachtungsstandard wurde im Gesetz verankert. Hier heißt es nun im § 18 (6) SGB XI:“Die Feststellung zur Prävention und zur medizinischen Rehabilitation ist durch den Medizinischen Dienst auf der Grundlage eines bundeseinheitlichen, strukturierten Verfahrens zu treffen."

Dokumente zum Thema

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  • Gutachten / Nutzenbewertung
    Wirksamkeit und Nutzen von rehabilitativen Maßnahmen bei Pflegebedürftigen

    Seit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz spielen im Rahmen der Pflegebegutachtung (SGB XI) die Empfehlungen des Medizinischen Dienstes zu Maßnahmen der Rehabilitation eine besondere Rolle und sind von den Pflegekassen - bei Einverständnis des Versicherten - umzusetzen. Der MDS beauftragte in diesem Kontext das Kompetenz-Centrum Geriatrie (KCG) mit einer wissenschaftlichen Stellungnahme zur Analyse vorliegender Evidenz zu Wirksamkeit und Nutzen von rehabilitativen Maßnahmen bei Pflegebedürftigen.

  • Veranstaltungsdokumentation
    MDS-Expertengespräch: Reha vor und bei Pflege am 8. Oktober 2014
  • MDK Forum
    "Nach dem Projekt ist vor dem Projekt": MDK leistet Beitrag zur Reha vor Pflege

    Artikel von Dr. Martina Koesterke, MDS, im MDK Forum 3-4/2014