MDS-Pflege-Qualitätsberichte

Der MDS gibt alle drei Jahre einen umfassenden Bericht zur Situation und zur Entwicklung der Pflegequalität bei häuslicher Pflege und in Pflegeheimen heraus. Grundlage sind die Ergebnisse der Qualitätsprüfungen der Medizinischen Dienste in den Ländern und des Prüfdienstes der privaten Krankenversicherung (PKV-Prüfdienst). Der 6. Pflege-Qualitätsbericht, den der MDS im März 2021 herausgegeben hat, enthält die Ergebnisse der Qualitätsprüfungen im Jahr 2019 und den Vergleich mit den Ergebnissen aus dem Jahr 2016, die im 5. Pflege-Qualitätsbericht veröffentlicht wurden.

Für den 6. Pflege-Qualitätsbericht hat der MDS die Ergebnisse von 28.000 Qualitätsprüfungen in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen ausgewertet. Dabei wurde die Versorgungsqualität bei über 200.000 pflegebedürftigen Menschen überprüft. Die Zahl der Qualitätsprüfungen enthält auch Prüfungen nach dem neuen Prüfverfahren, das seit dem 1. November 2019 für die stationäre Pflege gilt. Für die Zeit vom 1. November 2019 bis zum März 2020 gingen Daten aus 2.126 Qualitätsprüfungen nach dem neuen Prüfverfahren in den Bericht ein.

Zentrale Ergebnisse des sechsten Pflege-Qualitätsberichtes

Viele Pflegeheime und ambulante Pflegedienste erfüllen die Anforderungen an eine gute Pflege, aber es gibt weiterhin Verbesserungsbedarf. Das neue Prüfverfahren für die stationäre Pflege berücksichtigt erstmals, welche Relevanz die festgestellten Qualitätsdefizite für die Pflegebedürftigen haben. So werden Qualitätsdefizite danach unterschieden, ob sie mit einem Risiko für negative Folgen verbunden sind oder ob das Defizit bereits zu negativen Folgen für die Bewohnerin oder den Bewohner geführt hat. Beispielsweise wurden 85,8 Prozent der in die Prüfung einbezogenen Bewohnerinnen und Bewohner in ihrer Mobilität so unterstützt, dass keine Auffälligkeiten bzw. Risiken für negative Folgen zu erkennen waren. Bei 12,5 Prozent der Personen, die Unterstützung bei der Mobilität benötigten, war dies nicht der Fall. Vorhandene Möglichkeiten zur Verbesserung der Mobilität wurden nicht erkannt oder nicht genutzt. Diese Defizite hätten zu negativen Folgen für die Betroffenen führen können. Bei 5,1 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner waren bereits negativen Folgen eingetreten – wie zum Beispiel ein Druckgeschwür. Da für die Bewertung der Qualitätsaspekte Mehrfachangaben möglich sind, kann die Summe der Anteile größer als 100 Prozent sein.

Nachbesserungsbedarf zeigte sich bei den Prüfungen in der ambulanten außerklinischen Intensivpflege. Hierbei geht es vor allem um die Versorgung von Personen, die künstlich beatmet werden müssen. Rund 1.200 der 13.519 geprüften ambulanten Pflegedienste versorgten Pflegebedürftige mit Beatmungsbedarf. Rund 72 Prozent der dabei eingesetzten Pflegefachkräfte hatten die dafür notwendige Zusatzqualifikation, bei 28 Prozent war dies nicht der Fall.

Insgesamt zeigen die im 6. Pflege-Qualitätsbericht dargestellten Prüfergebnisse, dass die externen Qualitätsprüfungen durch den MDK und den PKV-Prüfdienst einen wesentlichen Beitrag für die Transparenz und die Entwicklung der Pflegequalität leisten.

Weitere Details zu den Ergebnissen der Qualitätsprüfungen sowie zentrale epidemiologische Daten der Pflegebedürftigen enthält der 6. Pflege-Qualitätsbericht. Künftig werden die Pflegequalitätsberichte alle zwei Jahre erscheinen, sodass der nächste in 2023 veröffentlicht wird.

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Jürgen Brüggemann

Jürgen Brüggemann

Leiter Team Pflege
Tel: +49 201 8327-133
E-Mail: j.brueggemann@mds-ev.de

Letzte Änderung

18.03.2021