Palliativversorgung

Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) wurde 2007 als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen mit dem Ziel eingeführt, die Lebensqualität und Selbstbestimmung schwerstkranker Menschen zu erhalten, zu fördern und zu verbessern und ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in vertrauter häuslicher Umgebung oder in stationären Pflegeeinrichtungen zu ermöglichen. Im Vordergrund steht das medizinisch-pflegerische Ziel, Symptome und Leiden zu lindern.  

Die Beratung und Begutachtung des MDK bei Fragen der Krankenkassen zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) und stationären Hospizversorgung sind in der „Begutachtungsanleitung SAPV und stationäre Hospizversorgung“ geregelt. Eine aktualisierte Fassung der Begutachtungsanleitung hat der GKV-Spitzenverband im Februar 2019 verabschiedet.  

Diese Anleitung hat der MDS gemeinsam mit den Medizinischen Diensten, dem GKV-Spitzenverband und den Bundesverbänden der Krankenkassen erarbeitet. Hintergrund ist das Gesetz zur Stärkung der Hospiz- und Palliativversorgung (HPG), kurz Hospiz- und Palliativgesetz, das im Dezember 2015 vom Deutschen Bundestag verabschiedet wurde. Die Vorgaben aus dem HPG wurden in den Folgejahren durch weitere Richtlinien und Beschlüsse umgesetzt, zum Beispiel in den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses zur häuslichen Krankenpflege (HKP-Richtlinie).  

So haben gesetzlich Versicherte zum Beispiel erstmals Anspruch auf eine Komplexleistung zur Kontrolle unterschiedlicher Krankheitssymptome (z.B. wechselnde Schmerzzustände, Übelkeit, komplizierte Wundverläufe). Diese soll helfen, flexibel auf wechselnde plötzlich auftretende Symptome zu reagieren. Auch wurde erstmals eine eigenständige Rahmenvereinbarung für die stationäre Kinderhospizversorgung geschlossen.  

Durch die erweiterten Angebote hat sich die Palliativversorgung zu einem immer differenzierter werdenden Begutachtungsfeld entwickelt. Die neue Begutachtungsanleitung Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) und stationäre Hospizversorgung erläutert die medizinischen Anspruchskriterien im Bereich der SAPV und der stationären Hospizversorgung und stellt die besonderen Belange von Kindern und Jugendlichen dar. Sie strukturiert die Zusammenarbeit der Krankenkassen mit dem MDK und regelt die jeweiligen Aufgaben und Zuständigkeiten. Sie benennt Qualitätskriterien für die zu erstellenden Gutachten und gewährleistet damit die sozialmedizinische Beratung und Begutachtung nach einheitlichen Kriterien.      

Der MDS ist Mitglied der Charta zur Betreuung von schwerstkranken und sterbenden Menschen in Deutschland und unterstützt die Qualitätssicherung und Transparenz in der palliativen Versorgung.

Dokumente zum Thema

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  • Richtlinien / Grundlagen der MDK-Begutachtung
    Begutachtungsanleitung Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) und stationäre Hospizversorgung